Rost ist Eisen, das sich mit Sauerstoff und Wasser verbindet – und er hört nicht auf, solange er beides bekommt. Jede Behandlung hat deshalb zwei Ziele: den vorhandenen Rost entfernen oder unschädlich machen, und die Stelle danach dicht abschließen. Alles andere ist Kosmetik für drei Monate.
Erst einschätzen
- Flugrost – bräunlicher Schleier, Blech darunter glatt. Abschleifen, grundieren, lackieren.
- Blasen unter dem Lack – Rost arbeitet von unten. Großflächig freilegen, meist mehr als man sieht.
- Blech gibt beim Drücken nach oder ist durch – Schweißarbeit. Das ist ein Fall für die Werkstatt; Spachtel über Löchern hält nicht und ist beim TÜV ein Mangel.
Schritt 1: Rost mechanisch entfernen
Mit Schleifvlies grob, Drahtbürste oder Schleifscheibe P 80 den Rost bis auf blankes Metall abtragen. Der Rand muss 2–3 cm in den gesunden Lack hineinreichen – dort sitzt der Rost, den Sie noch nicht sehen. Anschließend abblasen und mit Silikonentferner reinigen.
Schritt 2: Rest-Rost umwandeln
In Poren und Narben bleibt immer etwas Rost, den keine Bürste erreicht. Anti-Rost-Spray (Rostumwandler) wandelt ihn chemisch in eine stabile schwarze Schutzschicht um. Dünn auftragen, 24 Stunden reagieren lassen. Nicht auf blankem, rostfreiem Blech einsetzen – dort gibt es nichts umzuwandeln.
Schritt 3: Grundieren
Rostschutzgrundierung (Rapidprimer) in 2 Schichten auf die gesamte freigelegte Fläche. An Stellen, die dauerhaft Wasser abbekommen – Radlauf, Schweller, Unterboden – ist Zink-Spray die bessere Wahl: Zink opfert sich vor dem Stahl. 30 Minuten trocknen.
Schritt 4: Je nach Stelle abschließen
Sichtbare Karosserie (Kotflügel, Tür, Radlaufkante): Spachtel wo nötig, Füller, dann Farbe nach Farbcode und Klarlack – siehe Kratzer ausbessern.
Radhaus, Schweller unten, Einstiege: Steinschlagschutz in 2 Schichten. Er bleibt elastisch, fängt Steinschlag ab und ist überlackierbar.
Unterboden: Unterbodenschutz auf Wachs- oder Bitumenbasis, satt und deckend. Vorher alles Lose entfernen – neuer Unterbodenschutz auf altem, unterrostetem Unterbodenschutz ist die häufigste Fehlinvestition.
Hohlräume (Schweller innen, Türen unten, Träger): Hohlraumversiegelung mit der Sonde einsprühen. Rost beginnt fast immer von innen – das ist die Vorsorge, die am meisten bringt.
Häufige Fehler
- Rost nur überstrichen. Unter dem Lack arbeitet er weiter und drückt ihn in Blasen hoch.
- Zu klein freigelegt. Der Rand ist immer weiter unterrostet, als man sieht.
- Rostumwandler auf blankem Blech. Bringt nichts und stört die Haftung.







