Ein Steinschlag auf der Motorhaube, ein Kratzer vom Einkaufswagen an der Tür: Beides muss nicht zur Werkstatt. Wichtig ist nur, dass Sie zuerst herausfinden, wie tief der Schaden ist – davon hängt ab, ob Sie polieren, tupfen oder sprühen.
Schritt 1: Wie tief ist der Schaden?
Fahren Sie mit dem Fingernagel quer über den Kratzer.
- Der Nagel bleibt nicht hängen – nur der Klarlack ist angegriffen. Politur reicht (siehe Richtig polieren).
- Der Nagel bleibt hängen, Grund ist farbig – Klar- und Farbschicht sind durch. Lackstift oder Spray.
- Grund ist weiß, grau oder metallisch blank – bis auf die Grundierung oder das Blech. Lackstift oder Spray, bei blankem Blech vorher Grundierung.
Schritt 2: Reinigen
Die Stelle mit Silikonentferner und einem sauberen Tuch abwischen. Wachs, Politur- und Fettreste sind der häufigste Grund, warum neuer Lack nicht hält. Nicht mit Spülmittel – das hinterlässt einen Film.
Schritt 3: Anschleifen
Bei Kratzern die Kanten mit einem feinen Schleifpad (P 1500) leicht brechen, damit der Übergang nicht sichtbar bleibt. Bei Steinschlägen reicht es, lose Lackränder mit dem Pad zu glätten. Danach nochmal Silikonentferner.
Schritt 4a: Steinschläge – Lackstift
- Stift gut schütteln, Pinsel am Rand abstreifen.
- Farbe nur in den Krater tupfen, nicht drumherum streichen.
- 10 Minuten ablüften, dann eine zweite dünne Schicht. Bei tiefen Stellen eine dritte.
- Nach 24 Stunden mit feiner Politur den Rand angleichen.
Schritt 4b: Kratzer – Spraydose
- Umgebung großzügig abkleben, Kanten mit Papier abdecken.
- Dose 2 Minuten schütteln. Abstand 20–25 cm. Erst neben dem Teil beginnen, dann in Kreuzgängen über die Stelle ziehen.
- 2–3 dünne Schichten, dazwischen 5–10 Minuten ablüften. Dünn ist besser als deckend in einem Gang – Läufer sind kaum zu retten.
- Nach 15–20 Minuten Klarlack in 2 Schichten. Bei Metallic- und Perleffekt-Tönen ist Klarlack Pflicht, sonst bleibt die Stelle matt.
Schritt 5: Finish
Nach 24 Stunden den Übergang mit Politur und einem weichen Microfasertuch angleichen. Die volle Härte erreicht der Lack nach etwa einer Woche – bis dahin nicht durch die Waschanlage.
Die drei häufigsten Fehler
- Zu viel auf einmal. Lieber drei dünne Schichten als eine dicke.
- Kalt lackieren. Unter 15 °C trocknet der Lack schlecht und wird matt. Dose und Teil sollten Zimmertemperatur haben.
- Falscher Farbton. „Schwarz“ gibt es in Dutzenden Varianten. Nur nach Farbcode und Baujahr bestellen – so finden Sie ihn.







